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„Wo ein Feuer brennt, da lass‘ dich nieder“

17.12.2018

Im Interview: Diplom-Psychologe Heinz Grüne, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Rheingold in Köln

Redaktion: Herr Grüne, Sie haben die Wirkung von Kaminfeuer auf das menschliche Wohlbefinden in einer wissenschaftlichen Studie untersucht – wie sind Sie dabei vorgegangen?

Grüne: In rund zweistündigen Tiefeninterviews wurden über 80 Ofenbesitzer und Ofenbesitzerinnen einzeln nach ihrem Empfinden, ihren Eindrücken und Erlebnissen rund um das ‚Feuer machen‘ befragt. Gesprächsgrundlage waren keine vorgegebenen Fragen, wir haben die Teilnehmer einfach erzählen lassen.

Redaktion: Kann man die Ergebnisse mit wenigen Worten beschreiben?

Grüne: Feuer wirkt sich positiv auf das psychische und soziale Wohlbefinden aus. Es ist ein hoch emotionales Thema, spricht den Menschen auf vielen Ebenen an und ist sehr tief verwurzelt. Kurz gesagt: Feuer ist das Fundament der Menschheit und spielt auch in unserer technisierten Gesellschaft eine zentrale Rolle.

Redaktion: Das bedeutet?

Grüne: Feuer ist mehr als nur eine Wärmequelle, das Flackern zieht uns in seinen Bann und wir können unsere Blicke kaum von diesem Schauspiel lassen. Und dort, wo die Flammen tanzen, sei es im Sommer als Gartenfeuer oder während des Winters im Kamin, kommen wir gerne zusammen. Ganz nach dem Motto: ‚Wo ein Feuer brennt, da lass‘ dich nieder‘. Dabei führen wir entspannte Gespräche und genießen die Zeit.

Redaktion: Wodurch begründen Sie diese Wirkung?

Grüne: Dadurch, dass wir im Laufe der Evolution gelernt haben, die Flammen zu bändigen, gibt es uns ein tiefes Gefühl von Sicherheit. Zudem ist ein Holzfeuer auch immer ein soziales Event. Es verbindet alle, die sich um die Flammen versammeln und spricht unsere Sinne an. Wir fühlen die Wärme, hören das Knistern und riechen das Holz.

Redaktion: Haben Sie in Ihrer Untersuchung geschlechterspezifische Unterschiede festgestellt?

Grüne: Ja, das Sägen und Hacken des Holzes spricht insbesondere Männer an. Viele fühlen sich hier noch ganz als Mann und arbeiten im wahrsten Sinne für das Wohl ihrer Familie. Zudem sieht der Einzelne, was er schafft – blickt er doch nach Stunden schweißtreibender Anstrengung auf den fertigen Holzstapel. Anders als im modernen Berufsleben erfährt er so einen direkten Zusammenhang zwischen dem, was er tut und dem Ergebnis. Darüber hinaus kann sich der Mann beim Feuer machen beweisen, indem er die Flammen beherrscht. Er geht in seiner archetypischen Rolle als Versorger auf.

Redaktion: Gibt es auch eine spezifische Wirkung auf Frauen?

Grüne: Im Unterschied zu Männern verstehen sich Frauen oft als die Hüterin des Feuers. Sie schaffen mit der Feuerstätte ein Zuhause. Ein Ort, an dem die Familie zusammenkommt. Ganz wie früher, als der warme Kachelofen oder auch der Holzherd, auf dem die Speisen zubereitet wurden, der Mittelpunkt des Hauses waren. Das liegt ihnen am Herzen.

Redaktion: Und das Feuer selbst?

Grüne: Sowohl bei Männern als auch Frauen lösen das goldgelbe Licht und die rote Glut eine Vielzahl von Gedankenspielen aus. Dabei ist die Wirkung bei allen ähnlich: Feuer beruhigt. Kaum einer führt im Antlitz der Flammen ein Streitgespräch, vielmehr lassen wir los vom Alltag und fühlen uns glücklich.

Redaktion: Mit Verlaub – ist das in einer modernen Gesellschaft überhaupt noch aktuell?

Grüne: Natürlich, gerade in unserer hektischen, digitalen Welt bildet Feuer einen Gegenpol. Es ist analog, entschleunigt und lässt uns zur Ruhe kommen. Um psychisch gesund zu bleiben, brauchen wir zum Ausgleich die Kraft der Natur. Sei es durch Aktivitäten wie Wandern und Spazieren oder Holz hacken und Feuer machen.

Redaktion: Herr Grüne, besitzen Sie auch eine Feuerstätte?

Grüne: Klar, im Garten eine Feuerschale und im Haus einen klassischen Kachelofen. Besonders an den Wochenenden möchte ich all dies nicht missen. Es gibt auch für mich kaum etwas Schöneres, als mit Familie und Freunden den Feuerschein zu genießen.

Download: Wo ein Feuer brennt, da lass´ dich nieder

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